Es herbstelt schon!

Festival-Sommer in Vorarlberg
2. Juli 2019

Liebes Partyvolk!

Der September ist da, was bedeutet der Festival-Sommer ist vorbei. Die Eventbegleitung war die letzten Monate fleißig im ganzen Ländle unterwegs. Wir durften wieder beim Poolbar Festival in Feldkirch, beim Szene Openair in Lustenau, beim Openair-Konzert Airbourne im Conrad Sohm in Dornbirn, beim Hafenfest in Bregenz und beim Soundcheck in Thüringen dabei sein. Es war uns wie immer eine Freude nette Partygänger*innen, tolle Veranstaltungen und gute Musik mitzuerleben.

Nun startet der Herbst und zeigt sich in seiner bunten Partypracht. Im September findet ihr uns im Rauch Club, im Conrad Sohm und in der Vabrik in Röthis.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit euch!

Das  Team

 

Und dieser Artikel von drugcom.de interessiert uns diesen Monat:

 

Studie entfacht Debatte um Cannabis und Psychose

September 2019

Kann Cannabis eine Schizophrenie verursachen? Eine Studie sagt „ja“ und löst damit eine Kontroverse unter Forschenden aus.

Nur ein kleiner Teil der Cannabiskonsumierenden erkrankt an einer Schizophrenie. Wer daran erkrankt, leidet mitunter aber ein Leben lang unter den Folgen. Betroffene haben unverrückbare Überzeugungen, die sich in der Regel nicht mit der Realität in Einklang bringen lassen. Beispielsweise berichtet Oliver im drugcom-Video, dass er überzeugt war, der wiedergeborene Jesus zu sein.

Doch warum erkranken manche Menschen an Schizophrenie? Die medizinische Forschung hat diese Frage noch nicht vollständig geklärt. Sehr wahrscheinlich spielen die Gene eine wichtige Rolle. Andere Faktoren, so genannten Stressoren, würden ebenfalls das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Ein Forschungsteam um Studienleiterin Marta Di Forti vom King’s College London kommt auf der Grundlage einer großen Fall-Kontroll-Studie zu dem Schluss, dass Cannabis ein Stressor ist, der Schizophrenie auslösen kann.

Hochpotente Cannabissorten, nicht aber normaler Cannabis im Verdacht

Genau genommen werden hochpotente Cannabissorten als Verursacher genannt. Diese zeichnen sich durch einen hohen Gehalt des Cannabiswirkstoffs THC aus. Gleichzeitig enthält hochpotenter Cannabis wenig bis gar kein Cannabidiol, abgekürzt CBD. CBD hat selbst keine oder nur geringe psychoaktive Eigenschaften, dem Cannabinoid wird aber eine gewisse antipsychotische Wirkung zugesprochen.

Di Forti und ihr Team haben herausgefunden, dass die Anzahl der neu an Schizophrenie erkrankten Menschen sich je nach untersuchter Region unterschiedlich verteilt. Dort wo viel hochpotenter Cannabis konsumiert wird, wurden auffällig viele Neuerkrankungen registriert. Das Team geht davon aus, dass hochpotenter Cannabis verantwortlich ist für einen gewissen Anteil an Neuerkrankungen. Im Amsterdam beispielsweise würden sich nach Hochrechnungen des Forschungsteams bis zu 50 Prozent der neu aufgetretenen Fälle von Schizophrenie verhindert lassen, wenn hochpotenter Cannabis vom Markt verschwände.

Gene haben vermutlich meisten Anteil am Erkrankungsrisiko

Die Schlussfolgerung, dass Cannabis Schizophrenie verursachen kann, hat eine rege Debatte ausgelöst. Die Forscherin Iris Sommer und ihr Kollege Wim van den Brink beklagen in einem Kommentar in der Fachschrift The Lancet, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass Cannabis als alleiniger Faktor Schizophrenie auslöst. So gelte es als akzeptiert, dass die Gene bis zu 80 Prozent zur Erkrankung beitragen. Insofern sei es ausgeschlossen, dass hochpotenter Cannabis allein für bis zu 50 Prozent der Erkrankungen verantwortlich ist. Als Gegenbeispiel nennen sie zwei Städte in der Nähe von Amsterdam. In Gouda und Voorburg würden deutlich weniger Fälle von Schizophrenie auftreten, obwohl die Verfügbarkeit von hochpotentem Cannabis vergleichbar sei mit der in Amsterdam.

Sowohl Sommer und van den Brink als auch ein weiteres Forschungsteam erwähnen eine große Studie, in der Daten zum Genom von über 180.000 Menschen ausgewertet wurden. Als Genom wird die Gesamtheit aller Gene eines Menschen bezeichnet. Auf Grundlage dieser gewaltigen Datenmenge konnte nachgewiesen werden, dass Personen mit einem genetisch bedingt erhöhten Risiko für Schizophrenie verstärkt dazu neigen, Cannabis zu konsumieren. Gene haben also nicht nur einen starken Einfluss auf die Entstehung einer schizophrenen Erkrankung, sondern erklären somit auch, warum manche Menschen eine Vorliebe für Cannabis entwickeln. Hingegen habe sich kein Beleg dafür gefunden, dass Cannabiskonsum Schizophrenie verursacht.

Di Forti und ihr Team antworten in der gleichen Ausgabe der Zeitschrift Lancet und werfen der Genom-Studie ihrerseits methodische Mängel vor. Cannabiskonsum sei darin definiert worden als mindestens einmaliger Konsum. Dies sei in etwa so hilfreich, als wenn ein Glas Alkohol in Beziehung gesetzt wird zur Entwicklung einer Lebererkrankung. In ihrer eigenen Studie hätten sie hingegen sehr viel detaillierter den Cannabiskonsum erfasst und so herausarbeiten können, dass eben nicht jeglicher Cannabiskonsum, sondern vor allem der regelmäßige Konsum von hochpotenten Cannabissorten als Ursache für Schizophrenie in Betracht kommt.

Stickoxide als mögliche Ursache

Neben Sommer und van den Brink bemängeln noch weitere Forscherinnen und Forscher, dass Di Forti und ihr Team die Ursachen zu sehr vereinfachen würden und keine alternativen Hypothesen geprüft hätten. So führt Clas Linnman von der Harvard Medical School an, dass auch Tabakrauchen und das Leben in der Stadt bekanntermaßen das Risiko für Schizophrenie erhöhen würden. Beiden Faktoren gemeinsam sei ein erhöhter Anteil an Stickoxiden in der Atemluft. Da ein Joint ungefähr so viel Stickoxide freisetzen würde wie 10 Zigaretten, könne der Zusammenhang zwischen Cannabis und Schizophrenie ebenso gut durch Stickoxide erklärt werden.

Dieses Argument lassen Di Forti und ihr Team jedoch nicht gelten. Sie stimmen Linnman zwar zu, dass Luftverschmutzung und Tabakrauchen bei der Entstehung einer Schizophrenie eine gewisse Rolle spielen können. Beide Faktoren könnten aber nicht erklären, warum vor allem in Amsterdam und London gehäuft Fälle von Schizophrenie auftreten. Beide Städte weisen niedrigere Raucherquoten auf als Madrid und Bologna. Und ausgerechnet Madrid habe die stärkste Luftverschmutzung, gleichzeitig aber geringere Raten an Schizophrenieerkrankten als andere Städte.

Verunreinigungen von Cannabis als alternative Erklärung

Eine weitere alternative Erklärung nennt Carey Clark von der Universität Maine in Augusta, USA. Die Wissenschaftlerin kritisiert, dass die konsumierten Cannabissorten nicht auf Verunreinigungen getestet worden wären. Sie nennt Schwermetalle und Pestizide als mögliche Quellen, die das Schizophrenie-Risiko erhöhen würden. Auch sei zu bedenken, dass die untersuchte Konsumentengruppe in der Di-Forti-Studie mehr Erfahrung hatte mit anderen Drogen wie Ketamin, Halluzinogenen oder Stimulanzien.

Beide Argumente weisen Di Forti und ihr Team zurück. So sei es unwahrscheinlich, dass hochpotenter Cannabis überall in Europa durch die gleichen Pestizide und Schwermetalle verunreinigt seien. Und was andere Drogen betrifft, so sei deren Effekt berücksichtigt und herausgerechnet worden.

Fazit

Hochpotente Cannabissorten stehen im Verdacht, Schizophrenie auszulösen. Einer Studie zufolge erkranken mehr Menschen an Schizophrenie, wenn die Verfügbarkeit von starkem Cannabis hoch ist. Die Forschung hat allerdings ebenfalls aufgezeigt, dass das Risiko einer Schizophrenie überwiegend durch die Gene bestimmt wird. Fraglich ist, ob Cannabis auch unabhängig vom genetischen Risiko Schizophrenie verursachen kann. Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten unter Forscherinnen und Forschern und ein Ende der Debatte scheint nicht in Sicht.

Was bedeutet dies für Cannabiskonsumierende? Festzuhalten ist, dass ein erhöhtes Psychose-Risiko vor allem mit dem Konsum hochpotenter Cannabissorten in Verbindung gebracht wird. Und es ist davon auszugehen, dass manche Menschen genetisch bedingt sensibler auf Cannabis reagieren als andere. Für diese Personen kann es daher ratsam sein, auf Cannabiskonsum oder zumindest auf den regelmäßigen Konsum starker Sorten zu verzichten. Es gibt bestimmte Früherkennungsmerkmale, die für ein erhöhtes Psychose-Risiko sprechen. Mit dem Selbsttest Cannabis Check lässt sich ermitteln, wie es um das persönliche Psychose-Risiko steht.

Quellen:

  • Clark, C. S. (2019). High-potency cannabis and incident psychosis: correcting the causal assumption. The Lancet, 6, 14.
  • Di Forti, M., Morgan, C., Selten, J.-P., Lynskey, M. & Murray, R. M. (2019). High-potency cannabis and incident psychosis: correcting the causal assumption – Authors‘ reply. The Lancet, 6, 466-467.
  • Di Forti, M., Quattrone, D., Freeman, T. P., Tripoli, G., Gayer-Anderson, C. & Quigley, H. (2019) (2019). The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI): a multicentre case-control study. The Lancet Psychiatry, 6(5), 427-436.
  • Gillespie, N. A., Pasman, J. A., Treur, J. L., Derkes, E. M., Verweij, K. J. H. & Vink, J. M., (2019). High-potency cannabis and incident psychosis: correcting the causal assumption. The Lancet, 6, 464.
  • Hamilton, I. & Monaghan, M. (2019). Cannabis and Psychosis: Are We any Closer to Understanding the Relationship?. Current Psychiatry Reports, 21, 48.
  • Linnman, C. (2019). High-potency cannabis and incident psychosis: correcting the causal assumption. The Lancet, 6, 465-466.
  • Pasman, J., Verweij, K., Gerring, Z. et al. (2018). GWAS of lifetime cannabis use reveals new risk loci, genetic overlap with psychiatric traits, and a causal influence of schizophrenia. Nature Neurosciencevolume, 21, 1161–1170.
  • Sommer, I. E & van den Brink, W. (2019). High-potency cannabis and incident psychosis: correcting the causal assumption. The Lancet, 6, 464-465.

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