Legale und illegale Drogen in unserer Gesellschaft

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pixabay

Liebe Konsument*innen,

ich möchte in diesem Newsletter eine Aussage von Toni Berthel – einem Schweizer Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie – aufgreifen:  „Wenn Alkohol heute neu erfunden würde, würde man ihn mit Sicherheit verbieten. Das Schädigungspotential ist viel größer als bei anderen Substanzen.“

Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der legale sowie illegale Drogen regelmäßig und zu unterschiedlichen Anlässen konsumiert werden. Ein Großteil der Konsument*innen genießt in regelmäßigen Abständen, ist aber nicht von einer Suchtproblematik betroffen. Dabei handelt es sich um sogenannte Freizeitkonsument*innen. Während unter der Woche Arbeit, Familie und Fußballverein den Alltag bestimmen, will man oder frau am Wochenende manchmal auch einfach Feiern und Tanzen. Einige tun dies nüchtern, andere trinken Alkohol oder rauchen und manche nehmen andere Substanzen, um sich in einen gewünschten Zustand zu versetzen. Dass dies auch in Vorarlberg passiert, zeigen diverse Erhebungen und wissenschaftliche Analysen.

Nun stellt sich aber die Frage, wieso manche Drogen legalisiert sind, während der Konsum von anderen Drogen strafrechtlich verfolgt wird. Denn die Gefahr einer Suchterkrankung oder Überdosis ist bei Alkohol genauso gegeben. Jedoch werden durch eine legale Ausgabe Risiken minimiert, da der Herstellungsprozess vorherrschenden Standards unterliegen muss und diese kontrolliert werden. Bei illegalen Drogen erfolgt dies nicht, wodurch jeder Konsum mit einer Ungewissheit einhergeht und dadurch für Konsument*innen automatisch riskant ist. Da diese potentielle Gefährdung meist nicht von der Einnahme abschreckt, haben unterschiedliche Städte und Regionen ein System entwickelt, um Konsument*innen die Testung ihrer illegalen Substanzen zu ermöglichen, wodurch Gesundheitsrisiken minimiert werden sollen.

Solange keine kontrollierte Abgabe von Substanzen möglich ist, sind solche und andere Ansätze in einer konsumierenden Gesellschaft notwendig, genauso wie die philosophische und gesundheitsmedizinische Debatte über eine (Il-)Legalisierung von Drogen. Denn was Abwassererhebungen und anonyme Umfragen bestätigen, illegale Mittel sind in den Lebenswelten vieler Individuen unserer Gesellschaft vorhanden. Viele davon haben kein Problem mit den Suchtmitteln, sondern nur mit deren Illegalität.

Daniel mit dem  Team

 

Und dieser Artikel von drugcom.de interessiert uns diesen Monat:

Alleine-Kiffer haben mehr Probleme

18.04.2019

Es macht offenbar einen Unterschied, ob jemand vorwiegend in Gesellschaft kifft oder alleine. Einer Studie zufolge kann Letzteres als Hinweis auf einen problematischen Konsum gewertet werden.

Nicht jeder Cannabiskonsum muss zwangsläufig problematisch sein. Nur ein Teil der Konsumierenden entwickelt eine Abhängigkeit. Doch woran lässt sich unproblematischer von problematischem Konsum unterscheiden? Eine Forschungsgruppe aus Kanada hat Hinweise geliefert, dass alleine zu kiffen ein Indiz für problematischen Konsum sein könnte.

Für ihre Studie hat ein Forschungsteam der Dalhousie Universität in Halifax, Kanada, 188 Cannabiskonsumierende zu den Umständen ihres letzten Konsums befragt und die Beteiligten auf verschiedene psychiatrische Störungen hin getestet. Der ausschließliche Fokus auf den letzten Konsum berge zwar das Risiko, dass dieser nicht repräsentativ für die generellen Konsumgewohnheiten der Person stehe, habe aber nach Ansicht des Forschungsteam den Vorteil, dass dieser noch nicht lange zurückliegt und daher nicht so stark durch Erinnerungsfehler verzerrt werde.

47 der Befragten waren bei der letzten Konsumgelegenheit alleine, 8 hatten zwar Gesellschaft, haben aber als einzige der Anwesenden gekifft. Beide Gruppen wurden als Alleine-Kiffer zusammengefasst und mit 133 Personen verglichen, die bei der letzten Gelegenheit gemeinsam mit anderen Cannabis konsumiert haben.

Mehr Psychosen, weniger Mischkonsum

Der Gruppenvergleich hat deutlich gemacht, dass Alleine-Kiffer sich in mehreren Punkten von den Gesellschaftskiffern unterschieden. Personen, die sich alleine einen Joint angezündet haben, kifften nicht nur häufiger, sie zeigten auch mehr Abhängigkeitssymptome, litten häufiger unter einer Psychose und benutzten das Kiffen meist zur Bewältigung unangenehmer Gefühle.

Im Gegensatz zu den Gesellschaftskiffern haben Alleine-Kiffer jedoch seltener Mischkonsum betrieben. Wer in Gesellschaft anderer Cannabis konsumiert hat, trank mit einer 3-fach höheren Wahrscheinlichkeit auch Alkohol.

Insbesondere die Motivation, unangenehme Gefühle mit Hilfe des Kiffens auszublenden, wurde auch in anderen Studien als treibende Kraft hinter einer Abhängigkeitsentwicklung identifiziert. Üblicherweise steht am Anfang der „Kifferkarriere“ zwar noch der Spaß im Vordergrund, die Wirkung werde dann aber zunehmend dazu benutzt, um unangenehme Gefühle zu betäuben. Insofern können Konsumierende es als ein Alarmzeichen deuten, wenn sie immer öfter alleine zum Joint greifen.

 

Quelle:
Spinella, T. C., Stewart, S. H. & Barrett, S. P. (2019). Context matters: Characteristics of solitary versus social cannabis use. Drug and Alcohol Review, DOI: 10.1111/dar.12912.

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